Bidirektionales Laden nachrüsten: CUBOS bringt Retrofit-Konzept

CUBOS präsentiert ein Umrüstkonzept, mit dem bestehende AC-Ladeparks für bidirektionales Laden vorbereitet werden können. Der technische Idee liegt darin, vorhandene Ladeinfrastruktur nicht zu ersetzen, sondern sie so zu erweitern, dass Energie künftig in beide Richtungen fließen kann. Damit adressiert CUBOS besonders Unternehmen, die bereits AC-Ladepunkte betreiben und ihre Infrastruktur funktional aufwerten möchten.

Das neue AC-Umrüstungskonzept besteht aus zwei Komponenten: Der deutsche Ladesystemspezialist Bender ermöglicht mit seinem Umrüstungsmodul einen einfachen Austausch der Technik, während CUBOS die Technologie in das eigene Energiemanagementsystem „CUBOS.Energy“ integriert. Für eigene Kunden und ausgewählte Partner lässt sich so bidirektionales Laden ohne Mehraufwand und flexibel in bestehende Energieprojekte einbinden.

Der Retrofit-Ansatz ist technisch deshalb interessant, weil er vorhandene Hardware und Verkabelung grundsätzlich weiter nutzbar macht. Statt einen kompletten Ladepark neu zu errichten, wird die bestehende Infrastruktur um Komponenten ergänzt, die bidirektionale Energieflüsse ermöglichen. Das ist vor allem für Betreiber relevant, die ihre Investitionen schützen und gleichzeitig den Schritt in Richtung Vehicle-to-Grid, Vehicle-to-Building oder andere bidirektionale Anwendungsfälle vorbereiten wollen.

Funktionsprinzip

Die Hardware-Plattform von CUBOS ist seit einigen Jahren in Form der unidirektionalen Ladestationen C22E und C44E im Einsatz. Ihr modularer Aufbau macht die Nachrüstung zum bidirektionalen Laden besonders einfach. Jede Ladestation besteht aus zwei Modulen, ähnlich wie zwei Lungenflügel. Für die Umrüstung wird einer dieser „Lungenflügel“ gegen ein bidirektionales Modul getauscht. Diesen Eingriff kann eine elektrotechnisch unterwiesene Person (EUP) übernehmen, und er erfordert keine erneute eichrechtliche Abnahme. Nach dem Austausch ist die Station sofort wieder einsatzbereit. So bleiben getätigte Investitionen geschützt und bestehende Ladeparks werden ohne Neuanschaffung zukunftsfähig.

Bestehende Infrastruktur nutzen

Im Zentrum steht dabei die Frage, wie aus einem klassischen AC-Ladepark ein steuerbarer Energiebaustein wird. Dafür müssen Ladepunkte, Backend, Lastmanagement und Netzintegration zusammenspielen. Ein bidirektional umrüstbarer Ladepark braucht nicht nur kompatible Hardware, sondern auch eine Software- und Steuerungsebene, die Lade- und Rückspeiseprozesse sicher koordiniert, Netzgrenzen berücksichtigt und den Energiefluss mit übergeordneten Systemen abstimmt.

Christian Rühe, CTO bei CUBOS: „Die aktuell entwickelte Softwarelösung soll ab Ende 2026 schrittweise in den Markt eingeführt werden. In Bestandsprojekten kommt sie als optionale Function-on-Demand (FoD) hinzu, zunächst zusammen mit DC-Ladetechnik internationaler Industriepartner. Sobald die ersten AC-bidirektional-fähigen Fahrzeuge mit 800-Volt-Plattformen verfügbar sind, kann die CUBOS-Lösung das AC-bidirektionale Laden sofort unterstützen.”

Integration in bestehende Komponenten

Im gewerblichen Einsatz dürfte die Umrüstung besonders dort attraktiv sein, wo bereits PV-Anlagen, Energiemanagementsysteme oder variable Lastprofile vorhanden sind. In solchen Umgebungen kann bidirektionales Laden dazu beitragen, Energie effizienter zu verschieben und Stromkosten sowie Netzbezug besser zu steuern. Der Ladepark wird damit von einer statischen Infrastruktur zu einer dynamischen Energieplattform.

AC-Ladeinfrastruktur ist in vielen Unternehmen bereits mit Lastmanagement, Abrechnung, Monitoring und teilweise Photovoltaik-Anbindung verknüpft. Ein Retrofit für bidirektionales Laden muss sich daher in bestehende Systemlandschaften integrieren, ohne die laufenden Betriebsprozesse zu stören. Wichtig sind dabei Skalierbarkeit, Kompatibilität mit verschiedenen Fahrzeugen und ein sauberer Übergang zwischen unidirektionalem und bidirektionalem Betrieb.

Besonders relevant ist das für Ladeparks mit mehreren Stellplätzen. Dort kann die Umrüstung schrittweise erfolgen, sodass nicht alle Ladepunkte gleichzeitig erneuert werden müssen. Unternehmen erhalten damit die Möglichkeit, zunächst einzelne Ladepunkte bidirektional aufzurüsten und die Architektur später auszuweiten. Das reduziert technische Risiken und erleichtert eine gestaffelte Investitionsplanung.

Nutzen für Betreiber

Für Betreiber bestehender AC-Ladeparks ist der größte Vorteil die Nachrüstbarkeit. Sie müssen keine komplette Neuinvestition tätigen, sondern können vorhandene Infrastruktur gezielt erweitern. Das senkt den organisatorischen Aufwand und erleichtert die Planung, vor allem wenn Ladepunkte bereits in den Standortbetrieb integriert sind.

Zudem wird die Infrastruktur langfristig flexibler. Wer heute AC-Ladepunkte installiert hat, kann mit einem Retrofit auf zukünftige Anforderungen reagieren, ohne den Standort neu aufsetzen zu müssen. Gerade in Unternehmen mit wachsendem Fuhrpark, mehreren Standorten oder steigenden Anforderungen an das Energiemanagement ist das ein wichtiger Punkt.

Weitere Informationen

Hier geht es direkt zur Pressemeldung: https://www.cubos.com/blog/power2drive-cubos-stellt-umruestkonzept-fuer-bidirektionales-laden-in-ac-ladeparks-vor/

Interesse an einer BiDi-Wallbox?

Sie sind auf der Suche nach einem Installationspartner in Ihrer Nähe, der Ihnen eine Wallbox installiert, die bereits für bidirektionales Laden vorbereitet ist? Bei E-Mobility-Partner finden Sie qualifizierte Betriebe in Ihrer Nähe.

Diese BiDi-Wallboxen gibt es (schon jetzt)

Eine aktuelle Übersicht bidirektionaler Ladestationen finden Sie in der Marktübersicht zu bidirektionalen Wallboxen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert